Eröffnung: Donnerstag, 24. Januar 2008, 19 Uhr

Die Ausstellung dauert bis 21.Februar 2008.
In
der
Galerie Hilger wird eine repräsentative Auswahl von Hans
Staudachers grafischen und malerischen Arbeiten auf Papier und Leinwand
präsentiert.
Staudachers künstlerisches Werk zeigt sich seit den
1950er Jahren bis zu seinen aktuellen Bildern stilistisch homogen, das
im Zentrum den kalligrafisch tachistischen Gestus hat. Staudacher zählt
in Österreich zur ersten Generation der abstrakten Kunst nach dem
Zweiten Weltkrieg, auch wenn ihm etwa im Unterschied zur Künstlergruppe
St. Stephan mit Hollegha, Rainer, Mikl und Prachensky erst verspätet
diese Pionierleistung zugesprochen worden ist. Der gebürtige Kärntner
(*1923 St. Urban am Ossiachersee), hat sich mit seinen
Künstlerkollegen
aus der Region wie Johann Fruhmann und Hans Bischoffshausen in den
1950er Jahren mit den Avantgardeströmungen in Paris intensiv
auseinandergesetzt, vor allem mit der Kunst des Tachismus, vertreten
von Mathieu und Hartung und der kubistischen formalen Elementen noch
verpflichteten Ecole de Paris, wie von Riopelle oder Manessier. 1960
stellt Staudacher erstmals in der Galerie Le Soleil dans la Tête in
Paris aus.
Hans Staudacher ist ein wichtiges Beispiel für das
Initiieren künstlerischer Strömungen mit Avantgardegeist im eigenen
Land, losgelöst von allzu akademischen festgefahrenen bildnerischen
Strategien. Sein Frühwerk der 1940er und 1950er Jahre ist noch geprägt
von einer kubistisch orientierten Interpretation von Figur und
Wirklichkeit. Dabei spielen
Künstler wie Marino Marini und Herbert
Boeckl eine übergeordnete Rolle. Inspiriert und beeindruckt von der
Explosion der modernen abstrakten expressionistischen Malerei in New
York und Paris, entwickelt Staudacher in den 1950er Jahren eine eigene
informelle lyrische Bildsprache. Dabei spielt das Skripturale eine
übergeordnete Rolle. Mal sanft tänzelnd, mal heftig emotional schüttet
der Künstler die Farbe auf die Leinwand. Für die linearen Strukturen
sorgt der
Maler, indem er die Ölfarbe direkt aus der Tube auf die
Leinwand setzt. Eine konkrete Bildvorstellung, wie noch in seinen
landschaftlichen oder figurativen Bildern aus früherer Zeit, ist
zugunsten eines auf psychischen Automatismus bezogenen direkten
spontanen malerischen und zeichnerischen Akts gewichen.
Staudacher
arbeitet mit Musik, die sein Malen rhythmisch beeinflusst. Seine Bilder
sind mehrschichtig strukturiert: Das freie informelle Gestikulieren mit
der Farbe im Sinne des impulsiven Tachismus in der Tradition von
Mathieu und Pollock, das kalligrafisch tendenziell Schriftliche und das
Malerische. Daraus entsteht ein spannendes dichtes komponiertes
Bildgewebe voller Poesie, Sensibilität aber auch Kraft und Vehemenz.
Hans Staudacher
Hans
Staudacher, geboren am 14 Jänner 1923 in St. Urban am Ossiacher See,
wuchs in Villach, Kärnten auf. Autodidakter Maler, Mitglied der Wiener
Secession, ForumStadtpark (Graz) und des Kunstvereins Kärnten
(Klagenfurt), Vertreter auf der Biennale, zeigte seine Arbeiten in
zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen. Verbrachte
zwischen 1954 und 1962 viel Zeit in Paris.
Lebt und arbeitet in Wien seit 1950
Ausgewählte Ausstellungen:
2006 Die 70er Jahre. Galerie Gerersdorfer, Wien
2005 Ars Pingendi, Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum, Graz
2003 Teddybär & Co - Die Suche nach Mythen in der Kunst Galerie Ernst Hilger,Wien
2000 STAUDACHER - Eine Auswahl ,Galerie Ernst Hilger, Wien
Info:
Galerie Hilger